Bericht zur 28. Sitzung des Entscheidungsgremiums am 23. Juni 2015

Zu Beginn der Sitzung stellt Frau Kulpa-Goppert kurz vor, welche Aufgaben das LAG-Management in den zurückliegenden Wochen erledigt hat. Dies waren vor allem die Antragstellung für das LAG-Management für die Förderperiode 2014-2020, die Bearbeitung des Mitmachbuchs "Kleine Heimatforscher" und die Begleitung der Auszahlungsanträge aus der Förderperiode 2007-2013.

Im Anschluß stellt der LEADER-Koordinator Ekkehard Eisenhut die wichtigsten Änderungen im Vergleich zur vergangenen Förderperiode 2007-2013 kurz dar:

Der zur Verfügung stehende Orientierungswert von 1,1 Mio. für Einzelprojekte liegt in etwa gleich hoch wie in der vergangenen Förderperiode, obwohl diesmal 10 LAGn mehr in Bayern anerkannt wurden.
Verfügbare Orientierungswerte und Finanzmanagement:
1,1 Mio. Euro für die Einzelprojekte
400.000 Euro für die Kooperationsprojekte

Bei Erreichen des Orientierungswerts für Kooperationsprojekte können weitere Kooperationsprojekte auch aus dem Orientierungswert Einzelprojekte gefördert werden. Umgekehrt ist keine Zugriffsmöglichkeit gegeben.
Meilensteine, die zu erreichen sind:
bis 31.07.2017: Einzelprojekte: 500.000 Euro; Kooperationsprojekte: 150.000 Euro Bewilligungen
bis 31.10.2019: Einzelprojekte: 900.000 Euro; Kooperationsprojekte: 300.000 Euro Bewilligungen
Bei Nicht-Erreichen eines Meilensteins ist mit entsprechender Kürzung des Orientierungswerts zu rechen.

Auszahlungen: bis zum 31.12.2018 müssen 200.000 Euro für vollständig abgeschlossene Projekte ausgezahlt sein. Folge: Möglichst auf zügige Umsetzung der Projekte achten!

Die Fördersätze liegen bei 30 % für investive Maßnahmen (‚de minimis‘ ist weiterhin zu beachten), für sonstige Einzelprojekte bei 50 % (60 % bei Raum für besonderen Handlungsbedarf) und 60 % bei Kooperationsprojekten.
In der neuen Förderperiode ist die Mehrwertsteuer förderfähig, wenn der Projektträger nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.
Im Wesentlichen wurden für die Umsetzung in der aktuellen Förderperiode Vereinfachungen vorgenommen; der Ablauf des Verfahrens funktioniert wie in der vergangenen Förderperiode.
Herr Eisenhut weist abschließend noch auf die wichtige, hohe Bedeutung des Entscheidungsgremiums hin.

Im Anschluss wurde das erste Projekt der neuen Förderperiode beschlossen: das „Internationales BierKulturZentrum Konzept“

Das Projekt „Internationales BierKulturZentrum Konzept“ wird vom zuständigen Sachbearbeiter des Landkreises Bamberg, Herrn Thomas Reichert vorgestellt:
Deutschland ist weltweit das Land mit den meisten Privatbrauereien. In Oberfranken und speziell im Bamberger Land existiert noch heute eine über die Jahrhunderte gewachsene authentische Bierkultur, die sich in der höchsten Privatbrauereidichte zumindest innerhalb Deutschlands, wenn nicht sogar weltweit, widerspiegelt.
Diese gelebte Biertradition im Bamberger Land besitzt eine weit über die regionalen und nationalen Grenzen hinausreichende Ausstrahlungskraft. Um die kulturelle, historische, ökonomische und soziogeographische Bedeutung der Bier- und Brauertradition im Bamberger Land zu würdigen und dieses Alleinstellungsmerkmal gerade im nationalen und internationalen Gesamtkontext in der bisherigen Form, aber auch mit neuen Produkt- und Vermarktungsideen verstärkt zu profilieren, ist die Errichtung eines Internationalen BierKulturZentrums im Bamberger Land geplant.

Ziele:

  • Erlebbar machen der reichhaltige und lebendige Bier- und Lebenskultur für nationale und internationale Besucher,
  • Wissensaustausch durch die Einbindung von Partnern aus dem In- und Auslanduntereinander fördern,
  • Aufzeigen von neuen Trends und Vermarktungsstrategien und
  • Entwicklung künftiger Technologien, Produkte und Angebote.

Die Verbindung von Brautradition und gelebter Bierkultur auf der eine Seite und die Entwicklung neuer, innovativer Bier/Brauprodukte und deren Vermarktung andererseits, zeigt die regionale Bedeutung der Brauereienvielfalt als kulturelles Erbe und besonderen Wirtschaftsfaktor.

Inhalt:
Das Internationale Bierkulturzentrum verfolgt keinen unmittelbaren musealen Ansatz. Es soll der Förderung und Entwicklung von Maßnahmen und Projekten dienen, die sich unter Berücksichtigung einer besonderen regionalen Bier- und Brautradition und unter Einbindung verschiedenster Partner in den Themen Kultur, Genuss, Bildung, Aus- und Weiterbildung, Wissenschaft, Tourismus, regionale Wertschöpfung, Nachhaltigkeit und kulturelles Erbe widerspiegeln.
Neue oder bereits vorhandene internationale Verflechtungen der regionalen Brauer sollen über das Internationale BierKulturZentrum geschaffen, ausgebaut und in gemeinsamen Projekten konkretisiert werden. So wäre u.a. die Einrichtung einer Versuchsbrauerei im Internationalen BierKulturZentrum vorstellbar. Das Internationale BierKulturZentrum soll Besucher aus aller Welt anziehen, ein Standort für wissenschaftliche Arbeit sowie Veranstaltungsort und Kommunikationsplattform werden.

Zielgruppen:
Brauer und Mälzer, Wissenschaftler, Studenten, Touristen, Tagungsgruppen, Reisegruppen, Naherholer, Weiterbildungsinteressierte, Kulturschaffende, Einheimische.

Umsetzung:
Als ein erster Schritt für die Errichtung des Internationalen BierKulturZentrums sind konzeptionelle Grundlagen zu erarbeiten, auf deren Basis die weiterführenden konkreten Planungen der einzelnen Umsetzungsprojekte und weitergehenden Maßnahmen erfolgen sollen. Diese Konzeption soll extern beauftragt werden.

Während der Konzepterstellung sind durch den Auftragnehmer folgende Inhalte in Abstimmung mit dem Auftraggeber zu erarbeiten:

  • Grundlagenerhebungen zur Brauereienvielfalt und Bierkultur regional und überregional
  • Ermittlung themenbezogener Institutionen und potentieller Kooperationspartner regional, überregional, national und international
  • Konkretisierung der inhaltlichen und thematischen Ausrichtung Erste Überlegungen zur räumlichen Ausgestaltung
  • Konkretisierung eines Geschäfts- und Betreibermodells
  • Benennung weiterer strategischer Partnerschaften für Betreibermodell
  • Finanzierungsgrundlagen inkl. eines groben Finanzplanes
  • Verweise auf zusätzliche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, Sponsoring
  • Standortvorschlag
  • Erstellung eines Zeitplans mit konkreten Planungsschritten, Planungsinhalten und Aufzeigen der Folgeprojekte
  • Frühzeitige Einbindung regionaler, nationaler und internationaler potentieller Partner und Institutionen (Regionale Unternehmen, Verbände, Universitäten, Forschungsinstitute,…..) u.a.  durch Workshops
  • Entwicklung erster Ideen zu Kooperationsprojekten mit unterschiedlichen regionalen, überregionalen und nationalen (internationalen) Akteure/Partner
  • Erstellung eines Leistungs- und Kriterienkataloges für die anschließenden Ausschreibungen
  • Erstellung eines Abschlussberichts und öffentliche Präsentation desselben

Zeitplanung:
Die Konzepterstellung soll bis Anfang September 2015 beauftragt und bis April 2016 abgeschlossen sein.

Projektbewertung:
Im Einzelnen wird auf die „Checkliste Projektauswahlkriterien“ zur Bewertung von LEADER-Projekten der LAG Region Bamberg e. V. verwiesen.

Über das Projekt und die Projektbewertung wurde anschließend umfassend diskutiert. Es folgte ein einstimmiger Beschluss, dieses Projekt mit einem Zuschuss in Höhe von 29.750 Euro zu fördern.

Abschließend berichtet Frau Kulpa-Goppert über die Projekte, über die in nächster Zeit zu beschließen sein wird:

Entwicklungsziel 1
Mehrgenerationenplatz Rattelsdorf (Beschluss 22. Juli)
Kooperationsprojekt „Wanderleitsystem Fränkische Schweiz“ (in Vorbereitung - mehrere Treffen, noch keine Antragsunterlagen zur Abstimmung vorgelegt)

Entwicklungsziel 2
Genusskarte der Region Bamberg (Beschluss 22. Juli)
Kooperationsprojekt „Netzwerk Steigerwald“ (in Vorbereitung - noch keine Projektbeschreibung vorgelegt; grundsätzliche Fortführung beschlossen)

Entwicklungsziel 3

AWO - Garten der Begegnung (Beschluss 22. Juli)
Hallstadt wird was es ist (in Vorbereitung; Herr Klement stellt kurz die wesentlichen Inhalte und Ziele vor)