Bericht zur 34. Sitzung des Entscheidungsgremiums am 15. September 2016

Im Rahmen der 34. Sitzung des Entscheidungsgremiums am 15. September 2016 wurden vor allem Informationen zu möglichen LEADER-Projekten gegeben und ein Beschluss getroffen.

Nach den Vorgaben des StMELF stehen jeder LAG für das Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“ insgesamt maximal 20.000 € zur Verfügung, die im Budget der Einzelmaßnahmen enthalten sind. Zudem muss die LAG mindestens 10 % der zuwendungsfähigen Ausgaben aus Eigenmitteln aufbringen, so dass die Höhe des Zuschusses pro Zahlungsantrag max. 90 % der zuwendungsfähigen Ausgaben beträgt.

Voraussetzung für die Förderung ist ein Nachweis der LAG über die Einhaltung der formellen Richtigkeit des LAG-Projektauswahlverfahrens und ein positiver Beschluss des LAG- Entscheidungsgremiums.

Wie in der vorherigen Sitzung vereinbart, wurde eine kleine Arbeitsgruppe zur Festlegung der Kriterien gegründet, nach denen die LAG Region Bamberg künftig Einzelmaßnahmen aus dem Bereich Bürgerengagement fördern will.

Folgende Kriterien wurden von der Arbeitsgruppe definiert:

  • Die Einzelmaßnahme muss den Entwicklungszielen der LES dienen und das Bürgerengagement in der Region stärken.
  • Die geförderten Einzelmaßnahmen dürfen rechtsstaatlichen Grundlagen nicht widersprechen.
  • Bei der geplanten Einzelmaßnahme darf es sich nicht um eine Beihilfe i.S.v. Art. 107 AEUV handeln (keine wirtschaftliche Tätigkeit eines Unternehmens u. keine Begünstigung von Unternehmen oder Produktionszweigen).
  • Nicht gefördert werden die laufende Gruppen- / Vereinsarbeit / jährlich wiederkehrende Veranstaltungen (z. B. Grillfest, Vereinsfeier, Schüleraustausch, etc.).
  • Eine Unterstützung ist auf eine Einzelmaßnahme pro Akteur/ Kooperation innerhalb einer Förderperiode begrenzt.
  • Über die Anträge entscheidet das Entscheidungsgremium, das i.d.R. einmal pro Quartal zusammentritt. Die Behandlung der Anträge erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs bei der LAG Region Bamberg.
  • Bei positiver Entscheidung über die Unterstützung einer Einzelmaßnahme schließt die LAG mit dem lokalen Akteur eine Zielvereinbarung (Anlage) ab. Sie dient als Nachweis des lokalen Akteurs über die Durchführung der Einzelmaßnahme.
  • Der lokale Akteur hat die ihm entstandenen Kosten nachzuweisen, z. B. durch Kontoauszug, Quittung etc.

  • Die Höhe der Unterstützung pro Einzelmaßnahme beträgt 80 Prozent der Gesamtkosten, wobei die Gesamtkosten der Maßnahme maximal 3.000 € betragen dürfen.

Nach einer kurzen Diskussion wurden die vorgestellten Kriterien der LAG Region Bamberg (s.o.) für das Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“ beschlossen.
Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Seitens des LAG-Managements wurden darüber hinaus weitere Informationen zu folgenden Projekten gegeben:

Kooperationsprojekt Erfassung (histor.) Kulturlandschaften
Frau Sandmeier vom Landesamt für Denkmalpflege stellte in einem Vortrag die wesentlichen Gesichtspunkte der Kulturlandschaftsinventarisisation vor und stand dem Gremium für Fragen dazu zur Verfügung. Die kurz vor der Sitzung von der federführenden LAG Südlicher Steigerwald bereitsgestellten Zahlen wurden dargestellt. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich demnach auf rund 286.000 €. Pro LAG werden rund 16.000 € aus dem jeweiligen LEADER-Kooperationstopf als Zuschuss geleistet werden. Zusätzlich fallen ca. 5.600 € Kosten pro LAG an.
Um das Projekt nicht zu verzögern, wurde beschlossen, einen Umlaufbeschluss zu diesem Projekt auf den Weg zu bringen.

Schönstattzentrum Marienberg
Das Projekt wird zunächst zurückgestellt bis die Frage nach der finanziellen Beteiligung des Erzbistums Bamberg geklärt ist.

Südsee Baunach
Aktueller Sachstand:
Der Projektinhalt wurde von den Beteiligten folgendermaßen definiert:

  • Entwicklung des Südsees für die Freizeitnutzung („Naturerlebnissee“) und
  • Ertüchtigung der Förderbrücke zur Wanderwegverbindung zw. Breitengüßbach und Baunach.

Um die Kosten für die Vorplanung zur ermitteln, müssen 3 Angebote von geeigneten Ingenieurbüros eingeholt werden. Der Leistungskatalog wird federführend vom Flussparadies Franken e. V. erstellt. Anschließend erfolgt die Angebotseinholung durch die Stadt Baunach. Nach Feststehen der Planungskosten stellt die Stadt Baunach Antrag auf Aufnahme in die LEADER-Förderung.

Genussregion Oberfranken III
Auf Mitteilung von Dr. Sauer, „dass der Verein Genussregion Oberfranken das LEADER-Projekt Genussregion Oberfranken III zum 30. Juni 2016 mangels Durchführbarkeit beenden wird", wird das Projekt nicht weitergeführt.

Netzwerk Steigerwald
Auch dieses Projekt wird in der bisher vorgelegten Form nicht weiterverfolgt.

Gemeinschaftsladen mit Koch-, Käse- und Backschule im Heinershof
Eine neue Kostenschätzung des Architekten hat ergeben, dass die Gesamtkosten nun bei ca. 340.000 € liegen werden. Diese Erhöhung der Kosten beruht auf der Tatsache, dass wegen besonderer Hygieneanforderungen an Käserei und Backstube ein höherer Aufwand entsteht. Wegen des vorgesehenen Verkaufs der erzeugten Produkte würde das Projekt als „produktive Investition“ eingestuft. Damit würde sich die LEADER-Förderung auf 30% reduzieren. Die Folge daraus wäre, dass das Projekt nicht umzusetzen wäre. Um dies zu verhindern, schlägt das Gremium vor, Details des Projekts anzupassen, sodass eine höhere Förderquote doch noch erreicht werden kann.

Energielehrpfad Hirschaid
Der Markt Hirschaid plant, in Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden auf der Grünfläche hinter dem Rathaus einen Energielehrpfad einzurichten. Weitere Projektpartner sind die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und das INA Werk Hirschaid. Auf dem Gelände sollen fünf bis sechs Modelle aufgestellt werden, die die verschiedenen Arten der regenerativen Energieerzeugung vorstellen und die auch tatsächlich Energie erzeugen werden. Die Modelle wurden von Studierenden entworfen.

Internationale Woche
Der Landkreis Bamberg möchte Ende September 2017 erstmals eine Internationale Woche ausrichten. Mit eingebunden werden neben dem Landratsamt die Gemeinden, Schulen, Vereine, Kirchen, Verbände, Bildungsträger, das Flussparadies Franken, … Die Federführung des Projekts liegt bei der Ehrenamtsbeauftragten des Landkreises, Frau Straub.

Die wesentlichen Projektziele sind:

  • Förderung des interkulturellen Dialogs auf verschiedensten Ebenen
  • Förderung der Integration
  • Kennenlernen und Respektieren andersartiger Kulturen und Lebensformen
  • Stärkung des sozialen Zusammenhalts
  • Akzeptanz und Toleranz für jeweilige regionale Eigenheiten fördern
  • Einbindung der Bürgerschaft (Partnergemeinden und –landkreis)

Fastnachtsakademie Franken (Kooperationsprojekt, Federführung: LAG Z.I.E.L. Kitzingen)
Das Fastnachtsmuseum Franken an seinem heutigen Standort in der Luitpoldstraße in Kitzingen wurde mit LEADER-Unterstützung eingerichtet und im November 2013 eröffnet.

Nun ist die Erweiterung um eine Fastnachtsakademie geplant.

Projektträger: Fastnachtverband Franken e. V.

Das Projekt besteht aus zwei Bausteinen:

  • Bau und Einrichtung der Akademie in den beiden benachbarten Gebäuden, die sich mittlerer Weile im Besitz des Fastnachtsverband Franken befinden. Dabei ist eine Finanzierung ohne LEADER-Förderung vorgesehen.
  • Inneneinrichtung und Projektmanagement zum pilothaften Betrieb der Akademie, wobei bei diesem Projektteil LEADER-Förderung in Anspruch genommen werden soll.

Die Projektziele, die mit der Einrichtung der Akademie verfolgt werden sollen, sind folgende:

  • Aufbau einer zentralen – europaweit bedeutsamen – Stelle der Schulung, Beratung und Forschung in Franken als „Zentrum für Fastnacht-Fasching-Karneval“.
  • Starke Verbesserung und Professionalisierung der Schulungsangebote für alle fränkischen Vereine durch Einrichtung von an die speziellen Bedürfnisse der Fastnachtsvereine angepassten Räumen.
  • Unterstützung der Brauchpflege / Wiederbelebung etc. der Bräuche durch zentrale Anlaufstelle für den fränkischen Raum und darüber hinaus. Dadurch:
    - Unterstützung der Vereinsarbeit
    - Förderung von Kooperationen und Zusammenarbeit der fränkischen Fastnachtsvereine untereinander sowie bundes- und europaweit
    - Beratung für eine lebendige Kultur- und Heimatpflege
    - Vernetzung auf wissenschaftlicher Ebene durch Einsetzung eines Fachbeirats

Die voraussichtlichen Kosten für das LEADER-Projekt belaufen sich auf rund 1 Mio €. Die Höhe der Beteiligung der einzelnen LAGs richtet sich nach der Anzahl der kooperierenden LAGs. Es wurden alle 24 fränkischen LAGs zur Kooperation angefragt.